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Fuesse Polizisten in Reihe

Regie Rasmus Gerlach Kamera Max Bryan, Irene Bude, Doro Carl, Birgit Dunkel, FCMC, Markus Fiedler, Mario Gehrke, Rasmus Gerlach, Ronald Goris, Maren Grimm, Paul Kulms Schnitt Elisabeth Hirsch Bildtechnik Martin Heckmann Musik Laurie Anderson, Lou Reed, Oded Kafri & Die Goldenen Zitronen Mischung Stephan Konken Performer Megafonchor, Therese Schneider, Justus Schwerdtfeger, Schwabinggrad Ballett Produktion Kinoki GmbH 2017 Länge 77 Minuten www.der-gipfel.hamburg

 

 

Der Film eröffnet mit der Aktion der „Frau auf dem Panzer“ am 7. 7. 2017 in der Kaiser-Wilhelm-Straße nah am Brahmsplatz. Eine junge Frau klettert auf einen Polizei-Panzer. Für einen Moment steht sie oben auf dem Dach. Dann beginnt die Polizei zu reagieren. Ein junger Mann filmt die Szene von seinem Balkon und entscheidet sich, sie per Live-Stream um den Globus zu schicken. Auch ein spanischer Journalist filmt diese besondere Performance auf der Straße und veröffentlicht seine Bilder via Twitter. Presse-Fotografen sind vor Ort - was vielleicht daran liegen mag, dass sich die Szene direkt vorm Gebäude des Springer-Konzerns abspielt.

 

Für ihre Provokation hätte die junge Frau sich wohl kaum einen geschichtsträchtigeren Ort wählen können, denn schließlich spielte er auch während der 68er-Unruhen schon eine wichtige Rolle. Das wussten die ausführenden Polizisten nicht, die in der Folge die sichtbar unbewaffnete Demonstrantin zunächst mit Spray und dann mit Strahlen aus einem Wasserwerfer attackieren, um sie dann vom Panzer zu zerren. Die Polizisten in ihren den ganzen Körper verhüllenden Monturen sind auswärtige Kräfte. Das hört man deutlich an den mit aggresivem Akzent gesprochenen Wasserwerfer-Durchsagen. Die Recherche hat ergeben, dass die Polizisten aus Wiesbaden stammen und der Polizei-Panzerwagen aus Mülheim.

 

Der Polizei-Panzer wird durch den Film hindurch als Motiv immer mal wieder erscheinen - wird sogar von einem Polizisten beinahe zärtlich mit einem Handfeger gesäubert. Em Ende sieht man den Polizei-Panzer mit den beiden gleichfalls im Film sehr oft aufkreuzenden Wasserwerfern Blu1 und 2 vor der Hamburger Kunsthalle. Am Tag nach den Protesten wurde der Bevölkerung freier Eintritt ermöglicht. Als Schlusssequenz des Films dienen Bilder des verwüsteten Schulterblatts nach den Ausschreitungen. Es sind ruhige vom Fahrrad gedrehte Kamerafahrten über das Schlachtfeld ohne Kommentar.

 

Bis dahin ergibt sich ein emotionsgeladener Erfahrungsraum im Film.

Der Hamburger Polizei-Pressesprecher hatte den besonderen Ehrgeiz hier mitten im Demotrubel dem NDR ein Interview geben zu wollen. In der Folge wird er von Demonstranten gejagt und versteckt sich in einem Krankenwagen. Sein besonderer Insiderbericht bewahrt den Film vor Einseitigkeit und macht ihn auch für eine breite Masse zu einem wichtigen Stück Kino.

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